Mit dem Bus fuhren wir morgens nach Ollantaytambo. Vor dem Ortseingang gab es eine Umleitung wegen Straßensanierung, die uns kilometerlang um den Ort herum auf schlaglochgespickten Wegen auf die andere Seite führte. Dort erst konnten wir wieder in den Ort hinein fahren. Zu Fuß wären es wahrscheinlich 10 Minuten gewesen, auf der Umleitung 25 im Bus.

Der Hauptplatz.


Blick auf die alten Inkaterrassen.

Vom Bahnhof her kamen uns jede Menge voll beladene Träger entgegen. Wer nämlich den Inkatrail machen möchte, der braucht amtlicherseits zwei Träger für das Gepäck, Zelt und Lebensmittel samt Geschirr. Der Weg geht bergauf/bergab über 42 km und wird üblicherweise in vier Tagen bewältigt, wegen der starken Steigungen.

Am Bahnhof gab es vorerst reges Treiben, das sich aber dann auflöste, weil man lange im vorhinein die Tickets mit Platzkarten und den Eintritt nach Machu Picchu lösen muss.



Kaum hatten wir unsere Plätze gefunden, ging es schon los. Einer der 1.000 5.000er-Gipfel lächelt uns an. Habe mir nicht gemerkt, welcher.

Die berühmte Schmalspurbahn, brachte uns in 1,5 Stunden nach Aguas Calientes, einem kleinen Städtchen auf 2060 m, im Urumbara-Flusstal, das fast ausschließlich vom Tourismus lebt.

Die Namensgeber der Stadt sind die heißen Thermalquellen oberhalb des Ortes. Links und rechts steile Wände nach oben. Rechts oben liegt Machu Picchu, das nur 1,5 km Luftlinie und eine lange Steintreppe entfernt ist oder aber man fährt „bequem“ mit dem Bus über gefühlt 100 Serpentinen nach oben.


Das Städtchen ist völlig überfüllt durch Touristen, die auch nur in bestimmten Timeslots mit den Bussen hinauf auf den Berg dürfen und dort auch nur zu bestimmten Eintrittszeiten auf eine von drei Routen durch die Sehenswürdigkeit können. Wir fanden unsere Abfahrtsstelle für den Bus und mussten eine halbe Stunde warten bis wir dran waren. Auf einer geschotterten Straße ging es die Serpentinen bergauf. Die Ausweicherlebnisse mit den bergabfahrenden Bussen war ein Abenteuer für sich. Doch alles ging glatt. Biobreak und danach warten bis wir rein durften.

Ein kurzer Blick auf die (Wieder-)Entdeckungsgeschichte: Hiram Bingham, ein Historiker, Theologe, aber in erster Linie amerikanischer Abenteurer mit großer Geltungssucht wollte Entdeckungen machen, als erster Berggipfel besteigen und Ruhm erlangen. Er war schon davor zwei mal in Peru, ehe er einen Tipp bekam, woraufhin ihn ein Indio hinauf zu Machu Picchu führte, das man vom Trail unten im Tal nicht wahr nimmt. Er unterschätzte jedoch die Tragweite seiner Entdeckung, die sich ihm weitestgehend überwuchert darbot. Erst bei seiner nächsten Expedition 1912, wo er durch Helfer Teile der Stadt von den Sträuchern und Erdreich befreite, eine großangelegte Fotodokumentation erstellte und diese dann publizierte, erkannte man die historische Schönheit dieses einmaligen Ortes.



Machu Picchu heißt übersetzt Alter Berg, wurde von den Inka im 15. Jahrhundert erbaut und steht seit 1983 auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste und seit 2007 gehört sie zu den neuen sieben Weltwundern. Bis zu 1.000 Menschen sollen hier in der Hochblüte der Stadt gelebt haben. Feldfrüchte wurden in Terrassen angebaut, die Wasserversorgung über ein Quellsystem, das Wasser in verschiedene kleine Becken in die Stadt leitete, funktioniert noch heute.

Es wurde nachgewiesen, dass sämtliches Steinmaterial sowie Kies, Sand und Humus vom Talboden stammt und nach oben getragen wurde. Nach der steilen Busfahrerei herauf ist es kaum nachvollziehbar, dass man die damaligen Wege mit vielleicht 20 kg Steinen nach oben schafft und das vielleicht 2 oder 3 mal am Tag. 20 kg, das sind zwei 10-Liter Kübel, die es so nicht gab, je zur Hälfte gefüllt. Wenn man die dann oben ausleert, sieht man einen besseren Maulwurfshügel. – Wahnsinn.


Erstaunlicherweise verlieren sich oben die Menschenmassen auf dem weitläufigen Gelände durch die nur in einer erlaubten Richtung begehbaren Wege.

Bewundernswert das ausgeklügelte Bewässerungssystem.



Am meisten beeindruckt die erdbebensichere Bauweise mit trapezförmigen Fenster- und Türöffnungen sowie Mauern in Trockenbauweise.




Wir hatten Glück mit dem Wetter, dass die Sonne schien und nicht der Ort in Nebel gehüllt war.








Man konnte sich kaum sattsehen an der Anlage, wobei gesagt werden muss: Die gleiche Anlage nicht am Berg, sondern in der Ebene, wäre weniger imposant. Ich jedenfalls möchte kein Unwetter mit Blitz und Donner dort oben erleben. Da kann ich mir schon vorstellen, dass man mit den Apus nicht auf Kriegsfuß leben möchte.

Mit viel Fantasie könnt ihr in obigem Bild im Vordergrund Brust, Schnabel und Federkranz sowie rechts und links im Hintergrund die Flügel eines Kondors in der Steinformation erkennen. Wenn nicht, ist es auch nicht tragisch. Die Inkas sahen es so.
Ein letzter Blick zurück, dann setzten wir uns in den Bus und fuhren wieder zurück in das Städtchen Aguas Calientes und warteten auf unseren Zug nach Ollantaytambo.

Adios Machu Picchu.

Die gleiche Drängerei beim Aussteigen wie am Morgen, dann mussten wir nur noch den Bus finden und ins Hotel zurück fahren.

Gn8.



