Heute ging es von Arequipa aus in den Colca Canyon.

In der Pampa sahen wir die frei lebenden wilden Vikunjas und Guanakos…

…ebenso wie die von Hirten betreuten domestizierten Lamas und Alpakas.

Und überall das Ichu-Gras, auch als peruanisches Federgras bekannt.

Auf der Fahrt dorthin überquerten wir den höchsten Punkt unserer Reise den Patapampa-Pass auf 4.910 m. Im Vergleich dazu: Der Großglockner ist 3.798 m hoch, also um 1.112 m niedriger und der Mont Blanc, der höchste Berg Europas immerhin auch noch um über 100 m niedriger, als wir waren.

Wir waren zwar die letzten Tage schon in höheren Gefilden über 3.000 m und bemerkten das an unserer Kurzatmigkeit, leichten Schwindelgefühlen, manche hatten ein Druckgefühl im Kopf. Schnelles Gehen oder Treppensteigen war nicht empfehlenswert. Jeder hatte Bammel vor der Höhenkrankheit.

Coca-Blätter kauen soll gegen die Höhenkrankheit helfen, unsere Reiseleiterin verteilte Coca-Bonbons. Im Tropeninstitut in Wien hatte ich den Arzt gefragt, wie die Wirkung der Coca-Blätter ist. Der meinte, dass schon etliche Studien über die Wirkungsweise der Blätter durchgeführt wurden, allesamt ergebnislos. Es lässt sich kein Zusammenhang erkennen. Des Weiteren ließe sich kein Zusammenhang zwischen Alter, Konstitution oder sonstigen Umständen erkennen, ob man anfällig ist oder nicht gegen die Höhenkrankheit.

Jedenfalls ist jegliche Einfuhr in Europa von Coca verboten, nicht nur die Blätter, sondern auch die Drops, die man zu kaufen bekommt und sogar der Tee in den Teebeuteln, weil man daraus die Vorstufe von Kokain extrahieren könnte.

Wir kauen und schlürfen das Coca in allen Formen und bemerken nicht wirklich eine Erleichterung. Aber jeder hier kaut das Zeug inklusive Buschauffeuren und Reiseleiterin.

Der Blick vom höchsten Punkt des Passes ist beeindruckend…

…und trotzdem war ich wieder erleichtert, als es bergab ging auf weitaus angenehmere 3.600 m, nach Chivay, einem 5.000 Einwohner Städtchen, am Beginn des Colca Canyons.

Der Canyon zählt zu den tiefsten der Erde. Vom höchsten Berggipfel nahe der Schlucht aus gemessen, sind es 3.269 m (der Grand Canyon hat nur 1.800 m). Realistischerweise misst man aber vom unmittelbarem Umgebungsniveau aus, dann sind es immerhin noch 1.200 m (also knapp der 3. Platz hinter der Tara-Schlucht in Montenegro).

Wir machten noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort und bezogen danach das Hotel.

Betrachtet einmal die Füße des Mannes in Vergrößerung. Ich bin mir nicht sicher, ob da nicht schon die Mumifizierung beginnt…

..und noch so ein alter (St)inka.

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