Wir fuhren heute zeitiger weg, denn die Tagesetappe war mehr als 400 km und bei den Straßen (samt Reparaturarbeiten und einplanen von Timeslots, bei denen manche Bauabschnitte nur befahrbar sind) dauerte das.

Manche nutzten so eine Wartephase bei einer Baustelle, um ein kleines Schläfchen zu machen.

Wir sahen ein paar Kartoffelfelder, denn schon seit über 7.000 Jahren baut die indigene Bevölkerung rund um den Titicacasee Kartoffeln an. Von hier hat die Knolle ihren Siegeszug um die Welt angetreten. Nach Europa kam sie erst durch die spanischen Seefahrer so um 1565. Zuerst sah man sie als Zierpflanze in den Gärten von Adeligen und misstraute ihr wegen der giftigen oberirdischen grünen Teile der Pflanze.
Erst Friedrich der Große erließ aufgrund der wiederkehrenden Kriege und Hungersnöte einen „Kartoffelbefehl“, der 1756 den Anbau gesetzlich vorschrieb und militärisch durchsetzte. Doch der Durchbruch kam erst im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung zum Volksnahrungsmittel.
In Peru kennt man 2.500 Kartoffelsorten, wobei die alten Sorten aufgrund eines geringeren Wasseranteils und höherem Nährstoffanteil gesünder sind als die neueren. Doch die Unvernunft des Menschen macht auch hier nicht Halt. Das beliebte peruanische Brathähnchen wird mit Pommes frites serviert, die aus einem importierten Plastiksackerl aus dem Tiefkühlfach kommen, in dem vorfrittierte Sticks von belgischen und holländischen Feldern verarbeitet werden…


Wir durchquerten ebenso wie die Alpaka- und Lamaherden die Weiten des Altiplanos und stapfen durch das Ichú Gras, das bis zu einem Meter hoch wird. Das Wort Ichú bedeutet in der Sprache der Einheimischen „Stroh“. Manchmal sahen wir einen Geierfalken, die zu den Greifvögeln gehören, schwarze Brust- und Rückenfedern haben, weiße am Hals sowie Schwanz und Unterseite der Flügelspitzen, dazu einen Federschopf am Hinterkopf. Werden sie gesehen, huschen wilde Meerschweinchen blitzschnell davon, ich sah keines.

Die Andenbahn überquert auch fast den höchsten Punkt des Passes. Da es die Lok nicht schafft mit allen Waggons rauf zu tuckern, werden die Hälfte der Waggons rauf gezogen, abgekoppelt und dann die andere Hälfte geholt. Eine Wellblechstation und selbstverständlich eine Kirche bilden die ganze Ortschaft.

Auf dem La-Raya-Pass (4.350 m) machten wir einen kurzen Stopp…

…bevor es weiter ins heilige Tal der Inka geht, nach Yucay. Tal ist gut, bei uns sind 2860 m schon gröbere Berge. Jedenfalls wird die fruchtbare Gegend vom Urubambafluss bewässert.

Obenstehendes Bild zeigt eine kleine Hängebrücke ausschließlich aus Ichu-Gras gefertigt.

Mittagspause machten wir in einer kleinen Herberge. Wer wollte, konnte was futtern, wer nicht wollte, konnte füttern.

Auch dieses geflügelte Tier entdeckte ich. Man erklärte mir, es sei eine Spinnenwespe, die sich eben von Spinnen ernährt.

Auch in einem winzigen Dorf namens Andahuaylillas hielten wir an.

Im Gebiet rund um Puno findet man fast auf jedem Hausdach den Torito de Pucará. Ursprünglich verwendete man diese Figuren bei Fruchtbarkeitsritualen, heute sollen sie den Bewohnern Wohlstand und Glück bringen außerdem Schutz für das Heim.


Wir besuchten eine von außen unscheinbare Kirche, die innen jedoch äußerst prunkvoll ist. Sie wird auch die sixtinische Kapelle Amerikas genannt.


In der Kirche herrscht strengstes Fotografierverbot, was auch überwacht wird. Wer sich das Innere trotzdem anschauen möchte, der scrollt sich bitte durch den folgenden Link bis zu den Bildern unten.
https://www.cuscoperu.com/es/viajes/valle-sur/pueblos-tradicionales/andahuaylillas
Schon erstaunlich was man in einem kleinen Dorf entdecken kann.
Nach einer langen Fahrt kommen wir in Yucay an, wo wir drei Nächte bleiben. Die Hotelanlage ist für peruanische Verhältnisse wunderschön. Hier lässt es sich aushalten.





